Glossar
Was bedeuten Abstimmfrequenz, Körperschall oder Verlustfaktor? In unserem Glossar finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Begriffe rund um die Themen Schwingungsisolierung und Erschütterungsschutz. Laden Sie das vollständige Glossar als PDF herunter, um die Definitionen weiterer Begriffe zu finden.
A - F
Abstimmfrequenz in Hz
Niedrigste vertikale Eigenfrequenz eines elastisch gelagerten Systems (Maschine, Eisenbahnoberbau, Gebäude u.a.); je niedriger die Abstimmfrequenz ist, desto höher ist die Schwingungsisolation.
Druckverformungsrest
Maß für die Rückstellfähigkeit eines Elastomers; Verhältnis aus der Probekörperhöhe vor und nach dem Zusammendrücken; Prüfverfahren nach EN ISO 1856; Versuchsbedingungen: Deformation auf 50 % bei 23 °C, Dauer der Belastung 72 h und Beurteilung 30 min nach Entlastung.
Dynamische Belastung
Das Elastomer wird mittels erzwungener Sinusschwingung belastet. Parameter sind dabei die Frequenz, die Vorlast wie auch die Amplitude. Aus dem Kraft- bzw. Verformungsverlauf kann die dynamische Steifigkeit, der dynamische Elastizitätsmodul oder der dynamische Bettungsmodul sowie der mechanische Verlustfaktor abgeleitet werden. In den Datenblättern werden Frequenzen von 10 Hz und 30 Hz mit Schnellepegel von 100 dBv verwendet. Prüfverfahren in Anlehnung an DIN 53513.
Eigenfrequenz
Frequenz, mit der ein schwingungsfähiges System nach einmaliger Anregung frei ausschwingt; die Zeitdauer des Ausschwingvorgangs ist abhängig von der Dämpfung.
Empfängerisolation
Schwingungsisolation, bei der ein System (Empfänger) gegen störende Schwingungen aus der Umgebung geschützt wird.
G - L
Impedanz
Auch Schallwellenkennwiderstand; je größer der Unterschied zwischen zwei Schallwellenkennwiderständen zweier Medien ist, desto mehr Schallenergie wird an der Grenzfläche zwischen den beiden Medien reflektiert, d. h. desto weniger Schallenergie wird transmittiert – dies bedeutet wiederum eine bessere Schwingungsisolation; bei einer guten Dämmung liegt ein sogenannter Impedanzsprung vor, also ein deutlicher Unterschied zwischen den Schallwellenkennwiderständen der beiden beteiligten Medien.
Isoliergrad
Charakterisiert bei der Schwingungsisolation die Isolierwirkung als Verhältnisgröße zwischen Eingangs- und Ausgangskräften bzw. Eingangs- und Ausgangsamplituden.
Körperschall
Schwingungen, die über ein festes oder flüssiges Medium übertragen werden.
Lastspitzen
Lastspitzen sind maximal zulässige Lasten, welche kurzzeitig und selten einwirken können, ohne dass es zu gravierenden Eigenschaftsänderungen des Werkstoffes kommt. Zellige Elastomere können Lastspitzen mit Belastungen weit über dem 20-fachen des in den Werkstoffdatenblättern angegebenen statischen Einsatzbereiches aufnehmen, ohne dass sie geschädigt werden. Kompaktere Elastomere können Lastspitzen mit Belastungen vom 5 bis 10-fachen des statischen Einsatzbereiches aufnehmen.
Luftschall
Schall, der sich in der Luft in Form von Schallwellen ausbreitet – im Gegensatz dazu Flüssigkeits- oder Körperschall.
M - R
Mechanischer Verlustfaktor η
Der mechanische Verlustfaktor η ist ein Maß für die Werkstoffdämpfung. Bei periodischer Belastung kann der mechanische Verlustfaktor η aus der Verlustarbeit ermittelt werden, es gilt η = Verlustarbeit / (2 . π . Formänderungsarbeit). Weiteres kann der mechanische Verlustfaktor η bei periodischer Belastung aus dem Verlustwinkel δ ermittelt werden.
Der Tangens der Phasenverschiebung d entspricht dem mechanischen Verlustfaktor, es gilt: η = tan(δ). Prüfverfahren in Anlehnung an DIN 53513; siehe auch Lehrsches Dämpfungsmaß.
Nachweis der Tragfähigkeit
Im Bau muss die konstruktive Zuverlässigkeit der Tragstruktur, dauerhaft gewährleistet sein. Der Nachweis der Tragsicherheit gilt dann als erfüllt, wenn die Bemessungslast Ed den Bemessungswert des Lagerwiderstandes Rd nicht übersteigt. Dieses Verfahren basiert auf dem semi-probabilistischen Sicherheitskonzept der EN 1990.
Quasistatische Federkennlinie
Beschreibt den Zusammenhang zwischen Pressung und Federweg in grafischer Form; je nach Belastungsgeschwindigkeit spricht man von einer quasistatischen oder von einer dynamischen Federkennlinie. In den Datenblättern sind die Federkennlinien meist bis zu einer Stauchung von 40 % dargestellt, wobei die Dauer der Be- und Entlastung jeweils etwa 20 s beträgt. Üblicherweise wird das Elastomer mit zwei Vorzyklen vorbelastet und der dritte Zyklus aufgezeichnet.
Quellenisolation
Schwingungsisolation, bei der ein schwingungsfähiges System elastisch gelagert wird, sodass keine störenden Schwingungen an die Umgebung abgegeben werden.
Resonanz
Wenn eine Störfrequenz eines Systems gleich einer System-Eigenfrequenz ist, tritt Resonanz auf. Das Auftreten einer Resonanz kann zur Zerstörung des gesamten schwingungsfähigen
Systems führen. Durch Dämpfung des Schwingungssystems können die Schwingungen im Resonanzfall in annehmbaren Grenzen gehalten werden. Die Nachgiebigkeit gegenüber einer Wechselkraft ist im Bereich der Resonanz besonders groß.
S - Z
Schall
Kleinste Druck- und Dichteschwankungen in einem elastischen Medium im Hörbereich des Menschen von ca. 16 Hz bis 20.000 Hz, z. B. Luftschall, Körperschall, Flüssigkeitsschall.
Bei tieferen Frequenzen spricht man von Infraschall, bei höheren von Ultraschall.
Schallemission
Unter Schallemission versteht man den von einer Schallquelle abgestrahlten Körper- oder Luftschall; die Schallquelle befindet sich am Emissionsort.
Schallimmission
Schallimmission ist der bei einem Empfänger einwirkende Körper- oder Luftschall, wobei der Ort der Schallemission (der Körperschall- oder Luftschallquelle) beliebig sein kann.
Den Standpunkt des Empfängers bezeichnet man als Immissionsort; der hier vorhandene Schallpegel wird Immissionspegel genannt.
Schwingungen
Schwingungen sind Vorgänge, bei denen sich eine physikalische Größe periodisch in Abhängigkeit von der Zeit ändert; diese physikalischen Größen können Auslenkungen, Beschleunigungen, Kräfte, Momente o. ä. sein.
Statischer Einsatzbereich
Für stationäre Belastungen definierte maximale Druckspannung, für die ein Elastomer die elastischen Eigenschaften dauerhaft aufrechterhält; elastische Lager werden in der Regel auf die obere Grenze des statischen Einsatzbereiches ausgelegt, um eine maximale Schwingungsisolation zu erreichen.
Trittschalldämmmaß
Maß für die Güte der Dämmwirkung durch ein Trennelement, welches zwischen Estrich bzw. Fußboden und Rohdecke angebracht ist; das Trittschalldämmmaß ist frequenzabhängig.
Übertragungsfunktion
Charakterisiert bei der Schwingungsisolation die Isolierwirkung als Verhältnisgröße zwischen Eingangs- und Ausgangskräften bzw. Eingangs- und Ausgangsamplituden.
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